Olaf Grewe

Mein Eindruck

Social Media und die Krise

Frühwarnsystem und Katastrophenhilfe

Issues-Monitoring und Crisis-Prävention stossen mit Social Media in eine neue Dimension vor. Schnell und einfach können Unternehmen oder PR-Treibende über Suchmaschinen und etwas Intelligenz das Issue-Monitoring betreiben. Auch Themen können so für die PR-Arbeit erarbeitet werden. Also, eine rund um tolle Sache, das Social Web.
Doch was passiert im Falle einer Krise? Was tun?

Im Bericht vom Berliner Kommunikationskongress im Schweizer Branchendienst Persönlich sagt Google-Sprecher Kay Oberbeck richtig, dass über Social Media nicht alle Zielgruppen erreichbar sind. "Traditionelle" Kanäle müssen dann herhalten, um möglichst breit und nachhaltig eine Krise aus Unternehmenssicht zu steuern.

Hajo Schumacher merkt an, dass der Journalismus durch die Social Media im Rahmen der Krisenberichterstattung sehr schnell recherchieren und berichten kann. Es käme nun vielmehr auf die schnelle Informationsverbreitung an als auf die Qualität.

Qualität ist tot! Es lebe Qualität!

Was den Qualitätsjournalismus betrifft gebe ich Hajo Schumacher recht. Der Journalismus leidet in der Tat. Aber leidet er wegen der Social Media? Vielmehr doch wegen schmaler Budgets und zweifelhafter Redaktionskonzepte? Wenn ich sehe, wie gute Tageszeitungen wie der TagesAnzeiger mitlerweile berichten, wird mir anders. (Oft denke ich da an "meinen" Chefredaktor bei der Glocke zurück, der mir den ein oder anderen Artikel um die Ohren gehauen hat.)

Auch im Social Web lässt die Güte zahlreicher Einträge zu wünschen übrig. Ich rede nicht von der Rechtschreibung oder Grammatik. Ich rede von den Fakten, die teils ungeprüft weitergegeben werden. Und hier kommen wir wieder zur Krise. Ja, sie kann sich schnell im Web verbreiten. Doch oft nur für ein paar Stunden, dann kommen die richtigen Fakten auf den Tisch. Und dann ist derjenige, der falsch kommuniziert unglaubwürdig für alle Zeiten. Und das ist gut so.

Fazit

Nicht oft genug kann der Allgemeinplatz, der bei Persönlich als Headline steht, wiederholt werden: "Zuhören und authentisch bleiben". Ich würde das gerne erweitern um "faktisch sauber bleiben" (das passte aber nicht mehr in die Headline). Denn nur dann kann ich mich als Unternehmer oder Kommunikator auch nachhaltig als verlässliche Quelle etablieren und Krisen auch im schnellen Web gut kommunizieren.

Ich freue mich auf Euer Feedback und Meinung.

P.S.: Interessant und als generischer Leitfaden nicht schlecht ist ein Beitrag in SmartBlog zum Thema Produktrückrufe Online. Dazu hier das Video, was Ihr auch auf dem Blog findet:

Graco: Social Media's Role in Product Recalls, presented by Kelly Voelker from GasPedal on Vimeo.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 24. September 2010 von in PR&Kommunikation, Web/Technologie, Weblogs und getaggt mit , , .

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