Olaf Grewe

Mein Eindruck

Über die Qualität von Social Media Präsentationen

Als Kommunikationsberater haben ich sowie meine Kollegen einen hohen Anspruch an uns und unsere Arbeit. Diese lassen wir bei Edelman jährlich systematisiert bewerten. Umso mehr schmerzt es, wenn ich Vorträge höre, die einfach nur schlecht sind, aber von „Spezialisten“ gehalten werden. So etwa von Spezialisten im Bereich Social Media.

In den letzten Monaten habe ich mehrere Vorträge gehört, die von solchen Spezialisten gehalten wurden. Und leider war ich immer mehr oder weniger enttäuscht. So wurde fast immer statt mit Inhalten, mit Zahlen argumentiert. Manchmal war es schlicht der übliche allgemeine, schon x-fach durchgekaute geistige Schmalspurinhalt. Banalitäten, die jeder mit Google oder Bing vertraute Mensch in zehn Sekunden selber herausgefunden hätte.

Vorbereitung ist alles

Für mich waren es immer wieder drei Dinge, die mir fehlten. Dinge, die in den Präsentationen nicht klar rauskamen.

  • Hört zu! Statt mit einer fixen Idee in den Vortrag zu gehen, ist gutes Zuhören beim Briefing und eine entsprechende Vorbereitung wichtig. Es ist wichtig zu verstehen, um was es geht, welche Ziele der Kunde verfolgt, in welchem Branchenumfeld er aktiv ist und wie es die Wettbewerber machen. Denn eventuell ist es gar nicht der Facebook-Auftritt, der das Ziel zu erreichen hilft, auch dann nicht, wenn der Kunde das sagt. Hier eine eigene Meinung zu haben und zu äussern, ist unser Job und wir werden dafür bezahlt.
  • Seid strategisch! Ziel, Strategie (Weg zur Zielerreichung), Taktik, Umsetzung und Evaluation – sind die konzeptionelle Marschroute. Kommt der Vortrag so aufgebaut daher, so wird auch klar, dass die Wahl der Plattformen zur strategischen Umsetzung gehören und nicht zur Taktik. Dann wird klar, dass auch ein simples „Danke für Dein Feedback“ bei Facebook-Kommentaren ein Ziel verfolgt und auf die strategischen Ziele einzahlt. Auch hier sollte klar werden, dass hinter Social Media ein Prozess steht.
  • Definiert, wovon Ihr sprecht! Social Media ist nicht nur Facebook und Co. Wenn SoMe mit etwa mit Facebook im Sinne eines klassischen Mediums (etwa wie eine Print-Zeitung) gemeint ist, dann ist das so zu definieren. Denn ansonsten ist Social Media ein Prozess, eine Denke und eine Einstellung des Unternehmens in einem und die Plattformen die Erfüllungsgehilfen der Taktik.

Ich finde in diesem Zusammenhang das Fazit einer Studie passend, das der Economist jüngst veröffentlichte:

„…that baton-toting despots, like the late Herbert von Karajan, do add value—but only if they rein in the uppity musicians in front of them.“

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 9. September 2012 von in PR&Kommunikation und getaggt mit , .
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