Olaf Grewe

Mein Eindruck

Wem gehören Social Media? II – Das grosse Ganze begreifen

Vor einiger Zeit habe ich gefragt, wem Social Media gehören. Eigentlich eine grammatikalisch wie inhaltlich falsche Frage. Denn die Frage lautet: Wer sollte Social Media treiben?

In Unternehmen ist es häufig so, dass Kommunikation als Disziplin fast ausschliesslich bei Marketing oder dem Medienteam professionell ausgebildet ist. Produktmanager oder Salesforces sind zwar oftmals ebenfalls fähig zu kommunizieren, doch ist ihr Denken tendenziell auf ihr „Gärtchen“ fokussiert. Die Antwort muss also lauten, Social Media Aktivitäten müssen von Kommunikatoren getrieben werden, die weit mehr als einzelne Business Units im Kopf haben. Doch halt! Nicht bedacht sind diese Fakten:

  • Social Media sind eine Grundhaltung und nicht nur auf Facebook und Konsorten beschränkt;
  • Social Business ist das eigentliche Schlagwort und damit ein Thema übergeordneter Natur;
  • In der o.g. Aufzählung fehlt die oberste Kaderebene, der C-Level.

Zum dritten Punkt werde ich hier nichts sagen, denn das blogge ich separat. Zu Punkt zwei, Social Business, hat @JuergWyss genug gebloggt und wir sind da einer Meinung.

Also zu Punkt 1: Dünne Bretter bohren kann jeder. Social Media kann auch jeder. Denn Facebook Posts kann jeder texten. Doch die Tragweite von Social Media begreifen nicht viele. Ich denke, dass ist eine Sache der Ausbildung, des Mutes und des Managements. Denn wer nicht begreifen will, dass es jenseits von Facebook, Twitter und Co noch eine andere Dimension des sozialen Umgangs gibt, begrenzt seinen Aktionsradius deutlich. Mit dem Aufkommen der Blogs, Wikis und Sozialen Netzwerke hat sich auch ein Sinneswandel vollzogen. Denn Jedermann kann und will seine Meinung äussern. Ja, oft ist die auch gefordert. Und da setzt Social Business an. Feedbacks, Meinungen, Interaktionen können entlang des gesamten Business Processes genutzt werden.

„Chasing the past, I stumbled into the future“. – T A Sachs Quelle: http://darmano.typepad.com/logic_emotion/2012/05/social_biz.html

Management muss aktiv sein
Wenn nicht von ganz oben eines Konzerns Social Business getrieben wird, dann kann es nicht funktionieren. Doch dazu braucht es Verständnis. Verständnis für das Machbare und das „Wie“. Die goldene Karotte muss vor die Nase gehalten werden. Es müssen Beispiele vorliegen, die zeigen, welchen Nutzen Social Business hat. Sind die Schulungen gut, wird die Konzernleitung zum Motor und damit rückt das Thema Social Business auf die Agenda der Geschäftsführung. Vielleicht gibt es auch dann einmal den Chief Executive Communication Officer (oder so), der sämtliche Kommunikationskanäle steuert und die Möglichkeiten ausnutzt – denn Social Media und Social Business sind Kommunikation.

Aus meiner Sicht ist es daher unumgänglich, dass Social Business geschult wird und nicht im ersten Schritt der Umgang mit Tools – so säumt man das Pferd von hinten auf. Denn vermeintliche „Spielereien“ wird kein Chef goutieren und seinen Mitarbeitenden nahe legen. Strategielos wäre das allemale.

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4 Kommentare zu “Wem gehören Social Media? II – Das grosse Ganze begreifen

  1. juergwyss
    22. Januar 2013

    Ausgezeichnet geschrieben, Olaf. Auch ohne die freundlichen Erwähnung. Danke 🙂

  2. sonja keller (@dialogine)
    22. Januar 2013

    Die goldene Karotte“ gefällt mir 🙂

  3. Daniel Jörg
    24. Januar 2013

    Guter Artikel, danke Olaf. Eine träfe Verdichtung von Punkt 1 & 2 ist für mich folgende Aussage: „Social Technology cuts the Middleman“.

    Das ist eine Entwicklung, die nichts mit Twitter und Facebook als momentan erfolgreichste Plattformen zu tun hat, sondern es ist eine übergeordnete Entwicklung, die ja eigentlich lediglich eine konsequente Weiterführung von dem ist, was das Internet in gewissen Industrien schon seit Jahren tut: es baut Mittelmänner und Barrieren ab, in dem es Menschen näher und direkter miteinander verbindet. Für Unternehmen ist diese Entwicklung oft schwierig weil sie über Jahrzehnte hinweg eine Wissenschaft daraus gemacht haben Barrieren aufzubauen, Interne wie externe.

    • Olaf Grewe
      24. Januar 2013

      Das stimmt. Es ist erstaunlich, mit wieviel Energie Mauern aufgebaut werden, um Kommunikation zu kontrollieren. Um im Bild zu bleiben, nur ein Tor der Kommunikation zu öffnen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 22. Januar 2013 von in PR&Kommunikation und getaggt mit , , .
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