Olaf Grewe

Mein Eindruck

Die Sache mit den Shitstorms

Mal wieder tobt ein Shitstorm durch die Weiten des Internets. Opfer: Amazon. Grund: ein negativer ARD Beitrag. Die Social Media Gemeinde ist sich einig, Fanverluste auf Facebook sind dramatisch und Amazon wird darunter leiden. Das ist wohl so. Doch muss die Sache differenziert betrachtet werden.

Fake Postings

Wenn ich mir die angeblichen Screenshots von Mitarbeitern sehe (Danke an Thomas Hutter für die Screenshots), dann sieht das eher nach gezielter Kampagne oder Aktion aus, als nach ernstgemeinten Postings. Warum? Weil dort alle Fehler gemacht werden, die man machen kann. Inklusive der bescheuerten Idee, Anweisungen der Geschäftsführung auf Facebook zu teilen. Naiver geht es nicht.

Angebliche Postings von Amazon Mitarbeitern, die die "Krisenkommunikation" darstellen sollen.

Angebliche Postings von Amazon Mitarbeitern, die die „Krisenkommunikation“ darstellen sollen.

Was nicht richtig ist

Bis jetzt (Status 10 Uhr), habe ich keine Reaktion von Amazon auf Facebook gesehen. Das ist unglücklich. Die Kommunikationsabteilung sollte die Vorwürfe schon längst kennen und reagieren. Sie wird aber ihre Gründe haben, hier nicht zu agieren, sondern zu warten. Ich persönlich halte das aus der externen Sicht für unklug. Transparenz zu zeigen, wäre angebracht.

Wohl aber gut kommt es, wenn sich verschiedene Meinungen auf Facebook Bahn brechen können. Ich würde hier aber auch eher moderieren und versuchen ein Gefäss für dieses Diskussionen zu schaffen. Auch der Newsroom auf Amazon.de könnte die Fragen und Vorwürfe aufgreifen und kanalisieren.

Wie es weiter gehen wird

Amazon wird den Fanverlust verkraften. Ja, das tut weh, soviel Geld und Mühen in den Aufbau der Community gesteckt zu haben und dann die Fans zu verlieren. Doch so lange der Service stimmt und die Preise auch okay sind, wird weiter gekauft.

Es ist anzunehmen, dass Facebook nicht der einzige Vertriebskanal oder die einzige Werbeplattform von Amazon ist. Von daher ist hier Gelassenheit angesagt und der Shitstorm kann ausgesessen werden. Vielleicht bekommen ja all diejenigen, die ihr Konto jetzt gekündigt haben, noch einen Gutschein, um wieder dabei zu sein. Dann hat sich das auch erledigt. Oder?

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2 Kommentare zu “Die Sache mit den Shitstorms

  1. ingrid notter
    15. Februar 2013

    Nun, der Mammut Shitstorm war auch heftig und wenn man da einfach richtig schreibt/aussitzt, kommt das mittelfristig schon wieder gut…

  2. SwissRoman
    15. Februar 2013

    Lieber Olaf, diese „Art“ von Shitstorm wird wohl nicht zu verhindern sein, WEIL die Kunden sich oft in erster Linie um den Preis eines Gutes kümmern (wobei billig gut ist) und sich erst nach einem solchen Beitrag in der Öffentlichkeit dann im Netz darüber aufregen. Danach aber wieder beim Discounter einkaufen und sich freuen, dass für die Unterwäsche nur wenige Cents, Rappen oder Taler fällig waren. Bis natürlich irgendwo rauskommt dass diese Güter auch darum so billig sind, weil halt in Indonesien etc. von Kindern/Sklaven/Zwangsarbeitern hergestellt. Teufelskreis!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 15. Februar 2013 von in PR&Kommunikation und getaggt mit , , , , .
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