Olaf Grewe

Mein Eindruck

Sieh nicht hin!

Brexit, DSI und so mancher weit verbreitete Führungsstil haben eins gemeinsam: Oft wird der Kopf in den Sand gesteckt.

Der arme Vogel Strauss, immer wieder muss er den Kopf in den Sand stecken. Zumindest im Sprachgebrauch und als Sinnbild dafür, etwas nicht sehen zu wollen. Doch manchmal wird es auch so sein, dass Köpfe bewusst von fremder Hand in den Sand gedrückt werden. Nämlich immer dann, wenn der betreffende Kopf etwas nicht sehen soll, sondern nur den schönen Sand.

Und da sind wir bei politischen Meilensteinen – wie Wahlen oder Abstimmungen sowie bei dem Thema Führung. Sind auf der eine Seite aktive Mythen- und Legendenbildung seit jeher toll, um das Stimmvolk zu polarisieren, so ist das Verschliessen der Augen vor den wahren Problemen beliebt bei antiquierten Managern. Sie verweigern offene und transparente Kommunikation intern und extern. Sinn der Übung: Bloss keine Schwäche zeigen, in dem ich unkontrolliert Feedback zulasse.

Ich will nix sehen

So gibt es Unternehmen, die blocken Jobbewertungsplattformen wie Kununu oder verweigern den Einsatz sozialer Medien – Es könnte ja was kritisches kommen. Oder aber das Feedback von Mitarbeitenden wird nicht analysiert, sondern nur zur Kenntnis genommen oder als Befindlichkeit abgetan. Es könnte ja die eigene Position kritsch hinterfragen und die Auseinandersetzung mit sich selbst tut weh.

Abstimmungen wie der Brexit zeigen, dass auch in der Classe Politique gerne mal der Kopf in den Sand gesteckt wird. Warum sollte man auch das Stimmvolk vernünftig auf die Reise der EU mitnehmen? Die sind doch eh alle tumb und verstehen das nicht. Ich denke, dass Brexit genau das zeigt. Die Europäische Union hat in ihrer Kommunikation total versagt. Die Quittung haben die Briten erteilt und ziehen sich in ihre Splendid Isolation zurück.

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Ich will, dass die nix wissen

Dass es anders geht, das zeigt mir die Schweiz immer wieder. Der Bundesrat informiert bei Abstimmungen umfassend und doch leicht verständlich, um was es geht, zeigt die Vor- und Nachteile auf. Das ist gelungen. In Deutschland, da wo ich lange gewählt habe, war das nicht der Fall. Da konnte man froh sein, wenn man mal ein Wahlprogramm einer Partei erhalten hat. Und einfach verständlich war selbst das dann nicht.

Tja, so verliert man auch seine Bürger und die gehen zu denen, die mit Angst, Hass und greifbaren Parolen am lautesten brüllen und polarisieren. Oh tempora, oh mores!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 24. Juni 2016 von in Allgemein, PR&Kommunikation und getaggt mit .
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